Inga Rensch

Streben, Holz, farbig, an Nichts, vor weißer Wand, fragile Energie-Kompartimente, die Unantastbarkeit fordern. Den Wandobjekten von Inga Rensch begegnete ich das erste Mal in der Zeit meines Studiums. Später verlor ich Inga und auch deren Werk etwas aus den Augen. Natürlich nicht ganz, denn immer begleitete mich ein kleiner, aber wunderschöner Linolschnitt, den sie mir mit auf meinen Weg gab. Und es sind wirklich nicht viele Bilder, die sich über die Jahre ihren Platz an meinen Wänden immer wieder bestätigen konnten. Als wir uns erneut über den Weg liefen, hatte Inga gerade mit einigen Freunden das ‘charlier’, ihre eigene Galerie nebst Kaffeebar, in der Kyffhäuserstraße eröffnet.

Vielleicht läßt sich meine Begeisterung für Ingas Wirken am einfachsten in Worte übersetzen, wenn ich beides vergleiche. Beides ist einerseits durch und durch wohlüberlegtes Konzept, andererseits aber auch menschlich, und immer unglaublich fein und abgestimmt. Ich freue mich jedenfalls sehr, daß ich in der Ausstellung ‘Zaungäste’ auch die Gastgeberin Inga Rensch begrüßen darf.

Und was in aller Welt sind ‘Objekte’ an Wänden für unsere Blicke anderes als Gastgeber? Und es ist schon so: Besäßen Bilder oder Objekte nicht ihre eigenen Augen, die ihnen mit auf ihren Weg gegeben worden wären, wie könnten sie uns dann ansehen, oder was würden sie uns dann, außer rein gar nichts, zeigen? Was könnten wir noch in ihnen sehen? Augen aber muß man begegnen. Nie geben sie von ganz allein ihre Geheimnisse preis. Weitere Informationen zu Inga Rensch: www.charlier-berlin.de

Inga Rensch