Norbert Fritsch

Norbert Fritsch ist geborener Bildermaler. Sein Werk bedarf in seiner manchmal auch erschreckenden Konsequenz eigentlich keiner weiteren Vorstellung. Im Gegenteil, alle Vorstellungen dessen stranden. Wie könnte es auch anders sein? Schließlich sind es Worte oder Konventionen, falls es da einen Unterschied geben soll, die als bedeutungsreich klingende Scharniere auf Bilder treffen. Die Ausstellung zeigt eine verschwindend kleine aber treffende Auswahl aus der Fülle von Norberts Blumenbildern. Das heißt nicht, die Stadtlandschaften, Interieurs, Stilleben oder Figurenbilder, die Norbert ebenso intensiv und in Sequenzen malt, würden den Kontext der Ausstellung nicht ebenso bereichern. Warum also Blumenbilder? Wilde Tulpen stehen für Naturschönes, das sich bar jeder Zweckhaftigkeit entfalten soll. Gut, diesem Ideal kann widersprochen werden. Der Widerspruch faßt sich aber nicht in dem Gefäß ‘Vasen’, in dem sich Schnittblumen, zu einem Strauß arrangiert, versammelt finden. Jeder Strauß, jedes Arrangement, birgt eine Seite, die ganz mit Unaufmerksamkeit bedacht ist, den Ort absichtsfreier Freude. Jeder, der einmal Blumen pflückte und zu einem Ganzen verband, kennt diese.

Ich denke, Norberts Blumenbilder halten uns diese undurchsichtige Seite des Findens und des spontanen Anordnens sperrangelweit offen vor unsere Augen. Und sind Augen nicht Vasen des Lichts? Und sind Vasen nicht ganz gleich Bildergrenzen Markierungen eines ganz eigenen und auch gefaßten und auch Lebens von Malerei? Ganz wie Zeit, kostbar. Gelassenheit: Gerade weil Norbert alles andere als ein cooler Maler ist, erfährt in seinen Bildern jene Haltung ihre volle Bedeutung. Mit Norbert an meiner Seite habe ich die wichtigsten Scharmützel meines praktischen Malerlebens bestritten. Er war der Erste, der diesem Projekt zustimmte. Das gab mir sehr viel Auftrieb. Schließlich weiß man ja nie genau, inwieweit Einladungen auch geschätzt werden.

Norbert Fritsch